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Ökumenisches Gespräch Königsdorf

Programm 2 - 2017

 

 

Lutherjahr 2017

Seit 45 Jahren sprechen wir - evangelische und katholische Christinnen und Christen - im Rahmen des Ökumenischen Gespräches in Königsdorf intensiv miteinander. Wir lernen beim Hin- und Zuhören, uns gegenseitig besser zu verstehen und erleben im Dialog, wie sich unser eigener Glaube vertieft.

 

Thema im 2. Halbjahr 2017:  Bibelgespräche über ausgewählte Stellen aus dem Matthäus-Evangelium

05.09.  Unter einem guten Stern (Mt 2,1-12), Christof Dürig 

10.10.  Im Zweifel gehalten  (Mt 14,22ff.), Wolfgang Scherberich

07.11.  Der Liebe bedürftig (Mt.25,31-46), Thaddäus Ochs

05.12.  Überraschend glücklich  (Mt. 5, 3-12),  Marten Marquardt

 

Die Reihe „Ökumenisches Gespräch“ findet in der Regel an jedem ersten Dienstag im Monat (außer in Ferienzeiten) um 20 Uhr statt. Die Abende sind so angelegt, daß man problemlos auch nur an einzelnen Terminen teilnehmen kann.

 

Ort: Evangelisches Gemeindezentrum Pfeilstraße 40, 50226 Frechen-Königsdorf

Kontakt: Ökumenisches Gespräch Königsdorf, Wolfgang Wettig, 02234/965910

 






 

Ökumenisches Gespräch? Immer noch spannend! von Wolfgang Wettig

Seit 20 Jahren lebe ich in Königsdorf, seit 20 Jahren schon mache ich da mit, aber das Ökumenische Gespräch ist viel älter. Es begann schon in den 1970er Jahren, als es noch etwas Aufsehen erregend Neues war, wenn eine evangelische und eine katholische Gemeinde beschlossen, miteinander einen Weg sichtbarer Gemeinschaft zu gehen. Heute sind wir, theologisch gesehen, in der Kirchengemeinschaft nicht viel weiter als damals, wichtige Schritte sind noch immer nicht gegangen. Aber das Thema ist längst kein Aufreger mehr, in einer Zeit, in der immer mehr junge Menschen weder evangelisch noch katholisch, sondern schlicht konfessionslos sind. Also eine Sache für die Alten, die sich an Fragen abarbeiten können, die früher mal interessant waren? So, wie die ganze Kirche mehr oder weniger eine Sache der Alten geworden ist?

Nicht so ganz. Königsdorf ist Zuzugsgebiet, und die in die Neubaugebiete ziehen, sind junge Menschen, Familien hauptsächlich. Nicht sehr häufig führt ihr Weg, wenn der Bau- und Umzugsstress vorbei sind, in eine der Kirchen. Aber manchmal geschieht das eben doch, sei es über Begegnungen in einer der kirchlichen Kitas, sei es weil die Kinder über Pfadfinder oder die offene Jugendarbeit Kontakte knüpfen, oder weil Erstkommunion oder Konfirmation anstehen. Es kommt vor, daß in Königsdorf zu manchen Zeiten tatsächlich auffallend viele junge Leute in den Gottesdiensten zu sehen sind. Und nicht nur das: manche möchten dem, was da im Gottesdienst erzählt, verkündigt und besungen wird, auf den Grund gehen. So wie die 8-jährige Taufbewerberin, die vor der versammelten Gemeinde bekennt: „Ich möchte Christin werden!“ und dabei womöglich ihre Eltern mit auf den Weg nimmt, den Glauben kennenzulernen.

Solches Kennenlernen kann auf ganz unterschiedliche Weise geschehen. Aber es hat, wenn es gründlich sein soll, immer damit zu tun, über unser Verständnis von Bibel und Glaubenssätzen (und natürlich auch unsere Schwierigkeiten damit) zu sprechen und uns auszutauschen. Und da hat das Ökumenische Gespräch einiges anzubieten. Anders als in früheren Jahren geht es dabei weniger um das Benennen evangelisch-katholischer Unterschiede, sondern mehr um Fragen wie „Was hat das mit mir zu tun?“ oder „Welcher Satz in diesem Bibeltext spricht mich besonders an und warum?“ Und wo habe ich meine Probleme, das zu verstehen?

Da kommen Menschen mit evangelischer oder katholischer, gelegentlich auch mit ganz anderer Glaubensrichtung oder ganz einfach Fragende, Ältere und erfreulicherweise auch Jüngere, zusammen und sprechen ungezwungen, ernsthaft und ehrlich über Glaubensthemen. Vorkenntnisse braucht keiner. Die Referentin oder der Referent des Abends – in letzter Zeit häufig Seelsorgerinnen und Seelsorger aus unseren beiden Gemeinden – sind eher Teilnehmer als Vortragende. Schnell sind zwei Stunden vorbei und ich gehe – wieder einmal! - nach Hause mit ganz neuen Gedanken, wie sie nur entstehen können, wenn man sich mit sehr unterschiedlichen Menschen in ein Gespräch begibt. So stelle ich mir vor, wird Kirche mit ihren alten und zugleich hochaktuellen Fragen des Lebens wieder spannend und interessant.

(Artikel erschienen in ImTeam Nr. 31)